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Transparenz sieht anders aus

Leserbrief in der Nürtinger Zeitung, 28.04.2012
Transparenz sieht anders aus

Peter Rauscher, Nürtingen. Zu den Artikeln „18 Standortalternativen untersucht“ und „Neues Gewerbegebiet für Neuffen“ vom 27. April. Beim sogenannten „Bürgergespräch“ über den Gewerbestandort Großer Forst wurden die von der Schutzgemeinschaft Großer Forst benannten Mängel bei der geplanten Boss-Ansiedlung teilweise eingestanden. Gut so! Ein Referent stellte unter anderem eine Folie vor, die veranschaulichen sollte, dass im Gewerbezweckverband (Nürtingen, Neuffener Tal) nur wenige Gewerbeflächen vorhanden seien. Mein Einwurf, dass auf dieser Folie Neuffen fehle, führte zur Verunsicherung und dann zu der Erklärung, Neuffen sei nicht dargestellt, weil es keine Gewerbeflächen habe. Andere Kommunen waren jedoch aufgelistet, die ebenfalls keine Flächen anzubieten haben.

Der Neuffener Bürgermeister schwieg dazu, obwohl er mikrofonbewehrt auf dem Podium saß. Ebenso die Berichterstattung der Nürtinger Zeitung am Freitag. Blättert man die Nürtinger Zeitung vier Seiten weiter, dann liest man jedoch „Neues Gewerbegebiet für Neuffen – Stadt will an der Stuttgarter Straße schnell die Erschließung voranbringen“. Es handelt sich um einen Aufstellungsbeschluss für 2,86 Hektar. Die in der Berichterstattung gelobte sachliche und faire Diskussion und der respektvolle Umgang miteinander bedeuten auch, dass alle Informationen dargestellt werden, dass Offenheit und Wahrhaftigkeit herrschen. Transparenz und Bürgergespräch „auf Augenhöhe“ sehen anders aus.

Geschrieben am 30. April 2012
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Großer Forst

bezeichnet eine Nürtinger Gemarkung, die als Gewerbefläche erschlossen werden soll.

Hugo Boss plant plante dort ein Logistiklager.

Heute nicht mehr.

Die Einmischer

Ohne Mandat, ohne Wahl, ohne Partei: einige Nürtinger wagen sich nach vorn und haben sich über eine Facebook-Gruppe zusammengeschlossen, um sich über die Stadt auszutauschen. Ob das nun den Parteien und Politikern vor Ort gefällt oder nicht, ist scheinbar noch nicht ganz geklärt.

Aber die Gruppen in Facebook erfreuen sich großer Beliebtheit. Zur Zeit werden Fotos von alten Nürtinger Ansichten mit den heutigen Gegebenheiten verglichen. Und die Nürtinger Beteiligung wird diskutiert.

All das hat es auch schon wieder in die Zeitung geschafft. Bemerkenswert: Nicht in die regionale Lokalzeitung. Aber in die Stuttgarter Zeitung. Auch die Frage der “beauftragten Beteiligung” durch ein Büro aus München findet dort kontroverse Diskussionen. Kann man eigentlich Beteiligung verordnen?

Alle, die zum Blog eingeladen werden wollen, können sich gerne melden. Einfach den Klarnamen aus Facebook an info@grosser-forst.de senden und ich werde mich um eine Einladung kümmern. Der Gruppenmoderator muss Ihrem Eintritt zustimmen.

Hier die Verlinkungen zu den Gruppen:

Nürtingen – Was uns bewegt

Nürtingen – Bürgerbeteiligung jetzt

Hier wird bereits Bürgerbeteiligung ausgeübt. Ohne Auftrag. Ohne Partei. Ohne Stadtverwaltung.

Geschrieben am 8. Februar 2012
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Beteiligung der Bürger

Die Stuttgarter Zeitung vom 2. Februar 2012 schreibt über eine Beauftragung von Bürgerbeteiligung.

“Die Beteiligung soll letztlich Klarheit bringen, ob der Große Forst der richtige Standort für ein interkommunales Gewerbegebiet ist.”

Für Hugo Boss ist es nicht der richtige Standort gewesen. Wie kürzlich auf einer Internetseite zu lesen war, bezeichnet der Logistik-Verantwortliche den Standort in Filderstadt als “optimal”. Dieser Begriff wurde auch schon in Metzingen und Nürtingen gebraucht.

www.grosser-forst.de steht seit Herbst 2007 im Netz und wird den Fortgang weiter begleiten.

Geschrieben am 2. Februar 2012
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Boss will nach Filderstadt

Aus den Stuttgarter Nachrichten vom 24. Januar:

Der Modekonzern Hugo Boss will rund 100 Millionen Euro in ein Hochregallager in Filderstadt (Kreis Esslingen) investieren. Nachdem es gegen das Vorhaben in Metzingen und Nürtingen massive Proteste gab, werde es in Filderstadt von Anfang an eine transparente Bürgerbeteiligung geben, versprachen Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker (SPD) und Finanzvorstand Mark Langer am Dienstag.

In dem Gebäude sollen jährlich 35 Millionen Kleidungsstücke verpackt und verschickt werden. Trotz der Dimension der bis zu 21 Meter hohen Gebäude, die zusammen 253 Meter lang und 122 Meter breit werden sollen, rechnet die Rathauschefin mit keinem starken Widerstand aus der Bevölkerung.

Hier baut Boss selbst. Und es sollen 500 Arbeitsplätze entstehen.
Allerdings überlegt Boss noch, ob 300 Arbeitnehmer der Standorte Wendlingen und Frickenhausen dann mit nach Filderstadt ziehen sollen. Ergibt dann noch 200 Arbeitsplätze, die neu entstehen. Mehr Details sind zur Zeit noch nicht bekannt.

Geschrieben am 24. Januar 2012
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Kommentar zur OB-Wahl in Nürtingen

Stuttgarter Zeitung online, vom 24. Oktober 2011. Kai Holoch (StZ).

Nürtingen – Ein souveräner Sieg sieht anders aus. Zwar kann Otmar Heirich aufatmen. Er bleibt Nürtingens Oberbürgermeister. Aber das gestrige Ergebnis macht deutlich, dass ein Riss durch die Bürgerschaft geht. Die Unzufriedenheit mit der Amtsführung des 60-Jährigen manifestiert sich in der beachtlichen Stimmenzahl für die Nichtkandidatin Claudia Grau.
Zwar hat es nicht zum Sieg der Nürtinger Kulturbürgermeisterin gereicht, aber dass 32 Prozent der Wähler Graus Namen auf ihren Wahlzettel geschrieben haben, ist ein Beleg dafür, dass hier nicht nur irgendwelche linken Chaoten ihren Spaß haben wollten, sondern dass sich viele ganz normale Nürtinger einen Wechsel an der Rathausspitze gewünscht hätten.
Nun kommt erst einmal eine schwierige Zeit auf die Stadt zu. Der Chef ist nach diesem faden Sieg angeschlagen. Das werden die zerstrittenen Parteien im Gemeinderat auszunutzen versuchen. Eigentlich müsste ein Neuanfang her. Das wird aber schwer, denn der Oberbürgermeister hat viel von dem Kredit verspielt, den ihm die Nürtinger vor acht Jahren gegeben haben. Seine einzige Chance ist, die Bürgerschaft nun – wie versprochen – wirklich ernst zu nehmen. Ob er das aber kann, ist fraglich.

Dem alten und neuen Oberbürgermeister von Nürtingen darf gratuliert werden. Wie es mit Nürtingen weitergeht, wird sich zeigen.

Geschrieben am 24. Oktober 2011
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